Der Wettbewerb „Kunst am Bau“ für die Kulturweberei Finsterwalde ist abgeschlossen

Als einzigartiges Industriedenkmal der überregional bedeutenden Textilindustrie in Finsterwalde wird die ehemalige Schaefersche Tuchfabrik zur Stadthalle für Kulturveranstaltungen, Tagungen und Events umgebaut. Gefördert wird das gesamte Projekt unter anderem durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Damit galt der Leitfaden „Kunst am Bau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung: „Die öffentliche Hand steht mit ihren Bauwerken in besonderer Weise im

Blickfeld der Öffentlichkeit. Ihr kommt eine baukulturelle Verantwortung und Vorbildfunktion zu. Ihre Bauwerke sollen das baukulturelle Niveau und Verständnis in unserem Land widerspiegeln und nationale Visitenkarte sein. Kunst am Bau ist ein Element von Baukultur, das deren Qualität und Ausdruckskraft mitprägt.“

Um dem Qualitätsanspruch für die Kunst gerecht zu werden, war zur Auswahl eines geeigneten Kunst-am-Bau-Projektes ein zweistufiger, begrenzt-öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben. Auch für die Projektbetreuung durch einen Kunstexperten wurde eine Ausschreibung durchgeführt. Mehrere Kunstexpertinnen und Kunstexperten wurden dafür angeschrieben, um ein Angebot abzugeben. Beraten wurde die Stadt Finsterwalde hierzu vom Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen. Es ging darum einen unabhängigen Kunstwissenschaftler auszuwählen, der sich in Kunst am Bau auskennt und einen guten Überblick über das aktuelle Kunstgeschehen nachweisen kann. Ausgewählt wurde die eva mueller KUNSTBERATUNG. Auslober war die Stadt Finsterwalde.

In der ersten Phase des Wettbewerbes wurden nach der Erarbeitung der Kriterienliste durch drei Kunstexpertinnen und Kunstexperten insgesamt 37 Künstlerinnen und Künstler nominiert und es wurde eine Intranetwebsite mit allen Infos und bisherigen Projekten dieser Künstlerinnen und Künstler erstellt. Am 10. März wurden dann in einer Online-Jurysitzung sieben Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, einen Entwurf einzureichen.

In der zweiten Phase fasste das Preisgericht die Wettbewerbskriterien zusammen. Bis zum 17. Juni hatten die Künstlerinnen und Künstler dann Zeit, ihren Entwurf abzugeben. Am 22. Juni fand daraufhin die Jury-Sitzung statt. Die anonymisierten Entwürfe waren an Pinnwänden angebracht bzw. als Modelle auf dem Tisch präsentiert. Im ersten Schritt begab sich die Jury gemeinsam vor jeden Entwurf, Eva Mueller las die anonymisierten Texte und Informationen zu den Arbeiten vor. Nachdem alle Jurymitglieder sämtliche Einreichungen kennengelernt hatten, war die Diskussion eröffnet. Nachdem einige Entwürfe von allen Jurymitgliedern einstimmig als weniger geeignet beurteilt wurden, fand eine längere Abwägung und Diskussion zu den letzten drei Projekten statt und letztendlich musste über die ersten beiden Plätze abgestimmt werden. Wettbewerbssiegerin ist Isabel Kerkermeier mir ihrer Bronzefigur. Platz zwei belegt „Die tanzende Spindel“ von Stefan Sous und Platz drei „Die Verwandlung“ von Via Lewandowsky.

Im August ist eine Ausstellung mit den Entwürfen geplant und bis zum 31. Dezember 2021 soll die Anlieferung und Platzierung des Kunstwerkes an seinem gewählten Standort stattfinden.