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Internationales Chorfestival:
Begeisternde Festivalstimmung und besondere Konzerterlebnisse

Den Auftakt zum musikalischen Wochenende vom 12.-14. Juni 2026 in der Sängerstadt bildete am Freitagabend die Sommerparty der Kreismusik- und Kunstschule Gebürder Graun – und das mit vollem Erfolg. Der Innenhof der Kulturweberei war bestens gefüllt, aufgeregte Kinder präsentierten ihre einstudierten Songs, und über dem Gelände lag eine musikalische Atmosphäre, die in diesem besonderen Ambiente aus historischer Kulisse und moderner Architektur ihresgleichen sucht.

Weiter ging es am Samstag mit dem ersten Tag des Internationalen Chorfestivals der Stadt Finsterwalde und des Brandenburgischen Chorverbandes e.V.. Insgesamt elf Chöre aus ganz Brandenburg und darüber hinaus sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Mit dabei waren unter anderem Chöre aus Spremberg, Groß Kreutz und natürlich aus Finsterwalde, ein ukrainischer Frauenchor aus Cottbus, der Kinderchor der Grundschule Finsterwalde-Nehesdorf, die Finsterwalder Spatzen sowie der Chor Lōja aus Salaspils, der Partnerstadt Finsterwaldes in Lettland. Ergänzt wurde das Programm durch die Aufführung des Theaterstücks „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ des MCE Männerchor Einigkeit e.V. Die Sängerinnen und Sänger aus Lettland sind inzwischen wieder in ihrer Heimat angekommen – und noch immer voller Begeisterung. „Wir wurden herzlich empfangen und verwöhnt- bei unseren Auftritten durften wir aufrichtige Aufmerksamkeit und sogar begeisterten Applaus genießen“, fassten sie ihre Eindrücke zusammen.

Besonders beeindruckend war am Samstag die Stimmung im Publikum. Trotz regelmäßiger Regenschauer ließen sich die Besucherinnen und Besucher die Freude am Chorfestival nicht nehmen. Kurze Schauer führten zwar immer wieder zu kleinen „Fluchten“ ins Foyer oder unter Schirme und Zelte, doch kaum war der Regen vorbei, füllten sich die rasch trockengewischten Bänke vor der Bühne erneut. Die vielen Zuschauer trotzten dem Wetter, blieben vor Ort und machten den Tag mit Begeisterung und Ausdauer zu einem ganz besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.

Am Sonntag erforderte der aufkommenden Wind sowie stärker werdende Regen schließlich eine spontane Programmänderung. Kurzerhand wurde die Veranstaltung vom Außengelände in den Saal der Kulturweberei verlegt – und gerade diese unerwartete Entscheidung verlieh dem zweiten Tag des Internationalen Chorfestivals einen ganz eigenen Reiz. Was zunächst als wetterbedingte Alternative gedacht war, entwickelte sich schnell zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis in besonderer Atmosphäre. Vor allem die Chöre nahmen die neue Situation mit großer Freude an. Schließlich bietet sich ihnen nur selten die Gelegenheit, in einem derart eindrucksvollen Veranstaltungssaal auftreten zu können. Während der erste Chor noch auf der Open-Air-Bühne sang, wechselte das Bühnenprogramm ab dem zweiten Auftritt ins Innere der Halle. Dort präsentierten erneut elf Chöre ihr Können, darunter wiederum der lettische Chor Lōja, sowie unter anderem aus Straußberg, Dahme und Potsdam sowie die Publikumslieblinge der Gruppe Lebensfroh von Karin Melzer.

Auch die Besucher aus Finsterwalde, der Umgebung sowie aus den Partnerstädten der Sängerstadt in Frankreich und im Saarland reagierten begeistert auf die Verlegung. Beim Betreten des Geländes war die Freude vieler Gäste deutlich zu spüren, als sie erfuhren, dass die Auftritte nun im wunderbaren Saal der Kulturweberei stattfinden würden. Nicht nur einmal war der erfreute Ausruf zu hören: „Oh, was für eine schöne Überraschung!“

Auf dem weiteren Gelände der Kulturweberei zeigten sich auch die Händler des pro agro-Regionalmarktes trotz des wechselhaften Wetters zufrieden mit dem Wochenende. Für die Gäste gab es ein vielfältiges Angebot zu entdecken – von selbst hergestelltem Schmuck über gravierte Holzprodukte bis hin zu liebevoll gestalteten Dekorationsartikeln. So bot der Markt zahlreiche Gelegenheiten zum Stöbern und Verweilen zwischen den musikalischen Darbietungen. Und natürlich kamen die Besucher auch kulinarisch auf ihre Kosten. Von Pommes und Bratwurst über Burger bis hin zu selbstgemachtem Eis war für jeden Geschmack und jeden Appetit etwas dabei.

So erlebten Veranstalter, Künstler, Händler und Besucher am vergangenen Wochenende zwar eine kleine wetterbedingte Achterbahnfahrt, meisterten diese jedoch mit Bravour. Das Internationale Chorfestival bewies damit eindrucksvoll, dass gute Musik, engagierte Künstler und ein begeistertes Publikum selbst Regenwolken in den Hintergrund rücken lassen.

Das Internationale Chorfestival ist ein Kulturprojekt, das die von der UNESCO anerkannte, jahrzehntelange Chortradition feiert, bewahrt und weiterentwickelt. Es trägt dazu bei, die 2024 ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommene Finsterwalder Sangestradition lebendig zu erhalten und den Austausch zwischen den Chören zu stärken.

Gefördert wird das Internationale Chorfestival im Rahmen des Projektfonds Kulturplan Lausitz mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.