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Abschlussveranstaltung und Auswertung des Fußverkehrs-Checks in Finsterwalde

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) hat ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das den Fußverkehr in Brandenburger Kommunen mit sogenannten „Fußverkehrs-Checks“ analysiert. Die Stadt Finsterwalde wurde neben Frankfurt (Oder) und Zeuthen als eine von drei Pilotkommunen ausgewählt. Die Durchführung und fachliche Begleitung des Projekts übernahm das externe Planungsbüro Velokonzept GmbH.

Finsterwalde verfolgt mit der Teilnahme das Ziel, die Mobilität im Stadtgebiet zu stärken und den öffentlichen Raum aus der Sicht der zu Fuß Gehenden und Radfahrenden neu zu denken. Insbesondere sollen sichere, barrierefreie und attraktive Wege geschaffen werden, die allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von Alter oder Mobilitätsvoraussetzungen – gerecht werden.

In einem Auftaktworkshop Ende April wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, Vereinen und weiteren lokalen Akteuren das Untersuchungsgebiet sowie zentrale Handlungsfelder festgelegt. Im Fokus stand der Bereich Finsterwalde Süd, insbesondere die Kreisverkehre an der Rue-de Montataire und Saarlandstraße/ Brandenburger Straße. Zentrale Themen waren die Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit.

Die Begehung vor Ort fand am Dienstag, den 18. Juni, am Nachmittag im Gebiet Finsterwalde Süd statt. Dabei wurden konkrete Situationen im Straßenraum analysiert, Potenziale zur Verbesserung benannt und erste Ideen für Maßnahmen gesammelt. Unterstützend konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Perspektiven über ein digitales Beteiligungstool – die Senf App – einbringen. Diese stand vom 18. Juni 2025 bis Anfang Juli zur Verfügung und wurde von ca. 120 Personen aktiv genutzt, um Hinweise auf Probleme und Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung zu erhalten.

Die Ergebnisse aus der Begehung und der Online-Beteiligung wurden nun im Rahmen einer Nachbesprechung am 23. Juli ausgewertet. Ziel ist die Erstellung einer fundierten SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) sowie einer konkreten Maßnahmenliste. Diese soll der Stadtverwaltung als strategisches Instrument dienen, um die Fußverkehrssituation im untersuchten Gebiet und natürlich auch darüber hinaus gezielt weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Das Pilotprojekt „Fußverkehrs-Check“ erwies sich als wertvoller Impuls, um den Blick für die zahlreichen, oftmals in die Jahre gekommenen Gehwegflächen zu schärfen, die dringend saniert werden müssen. Im Anschluss an den Workshop entwickelte sich hierzu ein konstruktiver Austausch mit den Mitarbeitenden des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) über die Frage, wie Kommunen künftig bei der Bewältigung des bestehenden Sanierungsrückstaus besser unterstützt werden können. Dabei wurde deutlich, dass schnellen und pragmatischen Lösungen häufig straßenverkehrsrechtliche Vorgaben im Wege stehen. Leider konnten die gewonnenen Erkenntnisse bislang nicht durch zusätzliche Haushaltsmittel abgesichert werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese wichtigen Einsichten künftig in die Förderpraxis einfließen und bei zukünftigen Fördermittelentscheidungen berücksichtigt werden.