Kulturpreisverleihung des Landkreises Elbe-Elster: Finsterwalder Sänger und künstlerische Leitung des Kammermusikfestivals geehrt

Doppelte Freude für Finsterwalde bei der jährlichen Kulturpreisverleihung des Landkreises Elbe-Elster am 28. Februar: Gleich zwei der vier Preise gehen in die Sängerstadt. In der Kategorie Heimatpflege können sich die vier Finsterwalder Sänger über die Ehrung freuen. In seiner Laudatio führte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski aus, dass die singenden Männer in Schwarz, die dem Männerchor „Einigkeit“ Finsterwalde angehören und dort ihr musikalisches Rüstzeug bekommen haben, bei vielen Gelegenheiten in der Stadt und darüber hinaus ihre Stimmen erheben und mit gesungener Heimatpflege für den Bekanntheitsgrad der Finsterwalder Sängertradition sorgen würden.

„Das ist nur mit viel persönlichem Engagement zu bewältigen. Deshalb sind die „Vier Finsterwalder Sänger“ nicht nur vier, sondern neun Sänger, anders wäre das Pensum von 52 Auftritten im Jahr 2018 und bei mehr als 70 Gelegenheiten 2019 nicht zu schaffen. Klaus Mayer hält die organisatorischen Fäden zusammen“, erklärte er weiter. Das Team besteht mittlerweile sogar aus 13 singenden Mitstreitern: Adolf Scholder, Günter Figur, Horst Radlach, Hartmut Neumann, Peter Heppe, Klaus Mayer, Klaus Rippe, Rainer Fähnel, Günter Behla, Jonas Gallin, Benjamin Peter, Udo Scheibe und Hans-Günter Richter. Was die Besonderheit ihrer Auftritte ausmacht, zeigen die vier Sänger auch an diesem Abend: Mit einer individuell geschriebenen Extra-Strophe, die durchaus politisch und mahnend ist, sicherten sie sich johlenden Applaus und Zugabe-Rufe, denen sie natürlich gern nachgekommen sind. In den letzten Jahren vertraten die „wandelnden Wahrzeichen“ ihre Sängerstadt auch weit über die Stadtgrenzen hinaus, beispielsweise beim Tag der Deutschen Einheit in Kiel oder beim Tanz- und Chorfest 2018 in Riga auf Einladung der lettischen Partnerstadt Salaspils.

In der Kategorie Kunst trauten die beiden Preisträger ihren Ohren beim ersten Hören kaum: Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh waren mehr als überrascht und freuten sich umso mehr, dass ihr Finsterwalder Kammermusik-Festival einen Tag vor der Eröffnung der zehnten Konzertreihe eine solche Würdigung erfuhr. Ihre beiden Schüler, Laetita Pilz (Flügel) und Carl Schwarz (Cello) hatten dicht gehalten und auch als die beiden den Abend musikalisch eröffneten, freuten sich ihre Lehrer zunächst nur über den gelungenen Auftritt ihrer Schützlinge. Laudator Christian Heinrich-Jaschinski beginnt in seinen Ausführungen beim Start der beiden in der Sängerstadt: „Die beiden Musikerpersönlichkeiten zeichneten sich von Anbeginn durch ein überdurchschnittliches Engagement sowohl in ihrer pädagogischen Tätigkeit als Lehrende, als auch in ihrer künstlerischen Arbeit aus. Sie haben den Landkreis Elbe-Elster nicht als eine Station auf ihrer Durchreise betrachtet, sondern als einen Platz für ihr zukünftiges musikalisches Schaffen“. Teil ihres musikalischen Schaffens war 2009 auch die Idee für das Finsterwalder Kammermusik-Festival, mit der sie bei Bürgermeister Jörg Gampe kurz nach seinem Amtsantritt offene Türen einrannten. Seitdem unterstützen die Stadt Finsterwalde als Veranstalter und zahlreiche weitere Sponsoren in jedem Jahr die beliebte Konzertreihe, die 2020 zum zehnten Mal stattfindet.

Weiterhin als Preisträger des Abends wurden geehrt: Die Kirchengemeinde Gröden in der Kategorie Denkmalpflege- für die Sanierung und Restaurierung ihrer Kirche. Außerdem würdigte der Landkreis Elbe-Elster das umfangreiche Wirken von Rosemarie Stamm aus Beiersdorf mit dem Preis in der Kategorie Heimatpflege: Sie kümmert sich seit Jahren um die Pflege des Pfarrgartens in Saxdorf und übersetzte ganze Hefte der Registratur der Kirchenvisitation des sächsischen Kurkreises vom 16. und 17. Jahrhundert aus der historisch überlieferten Schrift, die für die Region Liebenwerda von Bedeutung waren.

Die Verleihung der Kulturpreise ist gleichzeitig der Auftakt ins Kulturjahr 2020. Traditionell werden dabei die Bewilligungsbescheide an kulturelle Akteure ausgereicht. In Finsterwalde werden das Kammermusik-Festival, die Wanderoper für Grundschul- und Kitakinder und das Kino Open-Air im Rahmen der Elbe-Elster-Schlössernacht gefördert. Diese Mittel aus dem gemeinsamen Förderfonds des Landkreises und der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ dienen dazu, die Kulturarbeit im Landkreis tatkräftig zu unterstützen. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski ließ zuvor das vergangene Kulturjahr Revue passieren und ging auf einige Höhepunkte ein. So lobte er u.a. das erfolgreiche Puppentheaterfestival sowie die Entwicklung der Kreismusikschule unter Chris Poller und hob die herausragenden Wettbewerbsergebnisse bei „Jugend musiziert“ hervor. Den musikalischen Abschluss bildet die Hofkapelle des Landkreises.

Hier die Extra-Strophe der vier Finsterwalder Sänger zur Kulturpreisverleihung am 28. Februar 2020:

Wir sind die Sänger von Finsterwalde..

 

Wenn der Kulturpreis heut' wird verliehen,

woll'n zum Klimaschutz wir was erzähl'n.

Wir tragen Kleidung von uns'ren Opas

und lassen uns doch nichts Neues näh'n.

Bei uns'rem Auftritt gibt's keine Technik,

denn á capella ist angesagt.

Auch Rauch und Laser habe'n wir nicht nötig,

so wird bei uns CO2 gespart.

 

Doch wechseln wir jetzt mal schnell das Thema,

weil uns ein and'res Problem betrübt.

Die braunen Wolken an Deutschlands Himmel,

wer hat den Schwachsinn hierher bemüht?

Lasst uns gemeinsam Courage zeigen,

für Nazis gibt es hier keinen Platz.

Wir woll'n die Wende doch nicht verspielen,

die Deutsche Einheit, sie ist ein Schatz.

 

Wir sind die Sänger von Finsterwalde..

 

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Paula Hromada
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