Unternehmertreffen hat Stadthalle im Fokus

21. September

Sparkassenvorstand Jürgen Riecke verspricht rege Nutzung

Mit einem beherzten Plädoyer für die geplante Stadthalle begrüßte Sparkassenvorstand Jürgen Riecke am 20. September die Gäste des sechsten Unternehmertreffens im Pavillon der Sparkasse. Die Stadt Finsterwalde hatte im Rahmen der Wirtschaftsförderung Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum Informationsaustausch eingeladen. Erstmals standen auch Sonnewalder Unternehmer auf der Einladungsliste. Zentrales Thema war die geplante Stadthalle für Finsterwalde.

Allein die Sparkasse werde das Objekt mehr als zwanzig Mal im Jahr nutzen, versprach Jürgen Riecke und verwies auf viele Kunden-, Kultur- und Mitarbeiterveranstaltungen, die leider nicht in Finsterwalde stattfinden können, obwohl viele Gäste Finsterwalder seien. Die Sängerstadt sei das Mittelzentrum und müsse mit einem zeitgemäßen multifunktionalen Kulturhaus diese Position stärken.
Wenn man wolle, dass sich die Region entwickelt und Arbeitsplätze entstehen sollen, müsse man die Entwicklung vorantreiben. „Wer zögert und zerredet, ist ein Verhinderer“, fügte er hinzu.

In einem für November geplanten freiwilligen Bürgerentscheid sollen die Finsterwalder über eine Stadthalle entscheiden. Bürgermeister Gampe verwies in seinem Vortrag auf den Beginn der öffentlichen Debatte zu einer Veranstaltungshalle in Finsterwalde, die im Jahr 2011 mit Workshops und Arbeitsgruppen startete. Viele Finsterwalder hätten sich beteiligt und auf Basis der Hundertwasser-Machbarkeitsstudie sind viele Fragen diskutiert worden. Das Ergebnis dieser öffentlichen Diskussion und der verschiedenen Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung sei der Entwurf, den Architekt Habermann den über einhundert Gästen im Detail präsentierte.
„Dass wir die Öffentlichkeit nicht beteiligt hätten, ist ein ungehöriger Vorwurf“, mahnte Jörg Gampe an und kritisierte das Vorgehen der SPD-Fraktion, die mit ihren Aktionen nur Verunsicherung und Ängste geschürt hätten.

Industrietradition erhalten und Multifunktionalität für verschiedene Veranstaltungsformate schaffen. Das sei Kerngedanke des Entwurfs, der eine Halle mit 600 Sitz- und 1000 Stehplätzen sowie Raumlösungen für Veranstaltungen mit weniger Besuchern vorsieht. Ein zusätzliches Foyer bietet weitere Optionen. Die Pläne für Bühnen-, Licht- und Tontechnik, die Küchenausstattung und die Funktionsräume sind mit Unterstützung von Fachleuten und erfahrenen Hallenmanagern entwickelt worden. Laut aktueller Kostenschätzung stehe gegenwärtig eine Summe von etwa 11 Millionen Euro im Raum. Die Verzögerung habe sich negativ auf die Baukosten ausgewirkt, merkte der Architekt an.

„Wir sind gekommen, weil uns die Stadthalle als möglicher Veranstaltungsort für unsere Hochzeitsmesse interessiert. Es ist nicht leicht, geeignete Objekte in der Region zu finden“, sagte Unternehmerin Waberska Wieslawa.

„Ich finde es wichtig, das Thema Stadthalle vor dem freiwilligen Bürgerentscheid noch einmal mit den Unternehmern und Händlern der Stadt zu thematisieren und die Chancen und Möglichkeiten, die sich daraus für alle ergeben, herauszustellen. Sicherlich dürfen dabei die Kosten nicht außer Acht gelassen und die Nachhaltigkeit betrachtet werden, was aber für meine Begriffe anhand der heutigen Vorträge transparent gestaltet worden ist“, sagt Susann Thor-Böhm von der Firma Thor GmbH.

Thomas Bubner, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei sagte: „Ich begrüße das Projekt Stadthalle für Finsterwalde. Der Abend heute war noch einmal sehr aufschlussreich. Mir ist klar geworden, wie viele Optionen dieses Objekt bietet und welche Entwicklungschancen für die Region damit verbunden sind. Beeindruckt hat mich die Leidenschaft der Initiatoren. Mich würde es wundern, wenn sich die Finsterwalderinnen und Finsterwalder nicht auch von diesem Projekt begeistern ließen“. Wenn er dürfte, würde er beim Bürgerentscheid gern eine Pro-Stimme abgeben, ergänzte der Sonnewalder schmunzelnd.

Dies stimmte mit den abschließenden Worten von Bürgermeister Jörg Gampe am Ende seiner Ausführungen nahezu überein. „Nutzen Sie das Mitbestimmungsrecht, das Ihnen der Bürgerentscheid bietet, ganz gleich, welche Meinung Sie vertreten. Ich jedenfalls möchte Sie gern überzeugen: Sagen Sie Ja zur Sängerstadt Finsterwalde und Ja zur Stadthalle.“