Stadtverordnetenversammlung beschließt Umsetzung des Projektes Stadthalle

Nachdem Bürgermeister Jörg Gampe im Juni vergangenen Jahres angesichts stark gestiegener Baukosten einen Planungsstop für die Stadthalle verhangen und die Stadtverordneten sich anschließend auf die Erarbeitung der Ausführungsplanung verständigt hatten, fand das „Auf und Ab“ in der Sitzung vom 27. Februar ein Ende. Mit 23 Ja-Stimmen bei 28 stimmberechtigten Mitgliedern votierte die Stadtverordnetenversammlung für die Umsetzung des Projektes. Der Beschluss löste Beifall auf den voll besetzten Zuschauerplätzen aus.


Vorangegangen war eine umfangreiche Präsentation von Architekt Jürgen Habermann und den beteiligten Fachplanern. Unter anderem durch eine veränderte Fassadengestaltung und die Umstellung der Tribünen- und Bühnenmechanik konnten Einsparungen getroffen werden, die eine geplante Investitionssumme von 17,9 Mio. Euro als Ergebnis erbringen. Der Planungsstopp im Juni wurde angesichts einer Summe von 19,7 Mio. verhängt. Bürgermeister Jörg Gampe: „Jürgen Habermann hat gemeinsam mit seinem Team, den Fachplanern und meinen Kollegen aus dem Fachbereich intensiv an möglichen Einsparungen gearbeitet und mehrfach detaillierte Bemusterungstermine durchgeführt. Nun sind wir bei 17,9 Mio. Euro als Investitionssumme angelangt und werden weiterhin realistisch bleiben: Auch im Bauverlauf sind Kostensteigerungen möglich. Wir haben mehr als 9 Mio. Euro Fördermittel sicher, dazu kommen knapp 2 Mio. Euro aus unseren Eigenbetrieben. Um weitere Fördermittel kämpfen wir natürlich weiter. Die Stadthalle wird kein wirtschaftliches Plus für unsere Stadt sein. Sie wird aber ein riesiges Plus für die Kultur. Wir sind der Kulturstandort im Süden von Brandenburg. In diese Stärke investieren wir mit dem Bau der Stadthalle.“

Das Stadthallenprojekt wird mit einer Kombination aus den Fördermittelprogrammen NESUR/SUW, ASZ II und dem Bundesprogramm (Stab-ZIP, Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur) unterstützt.

Seit dem 4. Februar liegt die baufachliche Prüfung des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen  (BLB) vor. Darin wurden angemessene Baukosten in Höhe von 19,7 Mio. Euro festgestellt. Diese Prüfung erfolgte auf Basis der Kostenberechnung vom 31. Mai 2018. Die errechneten Gesamtbaukosten wurden damals ohne Berücksichtigung der Einsparpotenziale und unter anderen baulichen Planungsentwürfen mit rund 19,7 Mio. Euro berechnet.

Nach Einsparungen durch die Veränderung der geplanten Fassade, Umplanungen im Bereich der Veranstaltungstechnik und dem vorliegenden Angebot der Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke Finsterwalde GmbH ergibt sich eine Gesamtinvestitionssumme von 17.900.000 €.

Derzeit sind Fördermittel in Höhe von 9,66 Mio. Euro gesichert, die aus unterschiedlichen Töpfen stammen.  6.800.580 € sind aus dem NESUR-Programm, mit dem die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland im Land Brandenburg unterstützt, zugesichert. Durch den gewonnenen Stadt-Umland-Wettbewerb im April 2016 qualifizierte sich die Stadt Finsterwalde für die Fördermittel, die aus einer übergreifenden Zusammenarbeit der drei EU-Fonds ausgeschüttet werden.

Das Programm „Aktive Stadtzentren II“ des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg bringt Mittel in Höhe von 1.760.165 €, hinzu kommen Bundesmittel in Höhe von 1.100.758 € sowie 1.900.000 € aus den Jahresabschlüssen 2017 der Stadtwerke Finsterwalde GmbH und der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde mbH. Die Gewinne der beiden Tochtergesellschaften werden so in die nachhaltige Entwicklung der Stadt investiert.

Weitere Fördermittel sind im Bereich NESUR/SUW in Höhe von 255.000 €, bei der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster Land“ in Höhe von 2.000.000 €, im Bereich von ASZ in Höhe von 1.000.000 € und im Bereich der Bundesmittel in Höhe von 1.500.000 € beantragt. Die Entscheidungen drüber stehen allerdings noch aus.

 

Grafik: HABERMANN Architektur- und Ingeneursgesellschaft mbH