500 Jahre Reformation - Finsterwalde feiert Lutherfest

Lutherspiel, Musik und die Eröffnung eine Stelenweges rund um das Wirken der Reformation in Finsterwalde

Obwohl die Leitfigur des Reformationstages, obwohl Martin Luthers Füße vermutlich nie Finsterwalder Boden betreten haben, hat er dennoch auch hier seine Spuren hinterlassen. Das beste Beispiel dafür liegt direkt in unserem Stadtzentrum: die Trinitatiskirche, die mit der Reformation von einer klassischen Marienkirche zur reformatorischen Kirche wurde. 

Bereits das ganze Jahr über begleiten der Lutherpass, der Lutherburger und verschiedene regionale Produkte – alle mit Lutheraufdruck so manche Veranstaltung in der Sängerstadtregion. Zum 500-jährigen Jubiläum des Reformationstages gab es verschiedene Stationen rund um die Themen Luther, evangelische Kantorei und das Wirken der Reformation in Finsterwalde zu erleben. Veranschaulichen soll dieses Wirken ein Stelenweg, den man ab sofort im Stadtzentrum an sieben Stationen erkunden kann. Auch für diese Form der Darstellung findet sich ein Bezug zum Reformator. Es wird ihm zugeschrieben, das Wort „Denkmal“ in seiner Bibelübersetzung überhaupt erst erfunden und damit das lateinische „monumentum“ abgelöst zu haben. Jede Stele soll ihm und dem Wirken der Reformation ein Denkmal sein. Der Stelenweg ist ein Finsterwalder Gemeinschaftsprojekt: Pfarrer Markus Herrbruck kam mit der Idee bereits 2015 ins Büro von Bürgermeister Jörg Gampe und "rannte offene Türen ein". Architekt Jürgen Habermann wurde mit der Organisation, die Piktografen um Steffen Kazmierczak mit der Gestaltung, Dr. Rainer Ernst, damals noch Museumsleiter in Finsterwalde, mit der Recherche und Schmiedemeister Bernhard Körner mit der Fertigung beauftragt. "Ich danke allen Akteuren dafür, dass dieses Gemeinschaftsprojekt Form angenommen hat. Ich denke, dass sich vor allem die Stadtführer freuen werden, die nun weitere Anlaufpunkte in unserer Stadt anbieten können. Außerdem glaube ich, dass ein Stelenrundweg zur Reformation eine Vorreiterfunktion haben könnte: für einen weiteren stadthistorischen Rundweg für Finsterwalde. Ein Sängerrundweg, der die verschiedenen Orte aufzeigt, an denen die Geschichte der Sängerstadt besonders hervor trat, hätte vielleicht auch Martin Luther gefallen, der schließlich ein großer Verfechter des Gesangs war.", so Bürgermeister Jörg Gampe.

Zur originell ausgewählten Startzeit um 15:17 Uhr startete das Marktsingen mit fünf Chören und dem Lutherspiel von Schülern des Sängerstadtgymnasiums, die das Stück unter der Leitung ihrer Religionslehrerin Daniela Nützler einstudiert hatten. Arne Wienigk gab als Martin Luther so manches Zitat zum besten, das dem Reformator zugeschrieben wird. Unterstützt wurde er von seiner Frau Käthe (Lieselotte Berger), seiner Tochter Magdalena  (Jessica Fusi) und den Studenten Ulrich, Andreas und Johannes (René Lüderitz, Jonas Weiland und Jannis Zimmermann), die den Reden ihres Meisters andächtig lauschten und ihm so manche Weisheit entlockten. Davor, danach und zwischendrin sangen der Frauenchor Finsterwalde, der Männerchor Einigkeit, der Massener Volkschor, der gemischte Polizeichor und der Chor der Trinitatiskantorei passende Lieder, unter anderem den Klassiker "Eine feste Burg ist unser Gott". 

Außerdem gab es zum letzten Mal eine Führung von Olaf Weber durch die Kantorei-Ausstellung "Musikam habe ich allzeit lieb gehabt" zu erleben. Der "Musizierkreis Laudate" sang im Foyer des erst kürzlich prämierten Gemeindehauses und zum Abschluss brachten die "Trinity-Gospels" Teile des "Pop-Oratoriums Luther" in die Trinitatiskirche.