Ein deutschlandweites Pilotprojekt: das TAFEL-Logistikzentrum in Finsterwalde

Am 17. Februar war es soweit. Nachdem schon seit einigen Wochen Bedürftige in der neuen Ausgabestelle der Finsterwalder Tafel im Gröbitzer Weg versorgt wurden, sind an diesem Freitag taggleich sowohl die neue Ausgabestelle, als auch das Tafel-Logistikzentrum feierlich eröffnet worden. Letzteres wird vom Arbeitslosenverband Brandenburg betrieben und ist bundesweit das erste Projekt dieses Umfangs. Träger der Tafel-Ausgabestelle ist die evangelische Kirchengemeinde Finsterwalde.
Im Gebäude des ehemaligen PLUS-Marktes befinden sich  fortan also zwei TAFEL-Adressen unter einem Dach. Die Finsterwalder Ausgabestelle, die vorher am Langen Damm zu finden war, und das neu entstandene „Tafel-Drehkreuz“, das als Logistikzentrum die Tafeln der Umgebung mitversorgt.  Elf Regionaltafeln profitieren von den neu entstandenen Lager- und Kühlräumen, darunter natürlich auch der Finsterwalder Standort.


Eine wachsende Anzahl an Tafelnutzern und zu kleine Lagerkapazitäten sowie ein fehlender Aufenthaltsbereich hatten die Vergrößerung für das Finsterwalder Tafelteam dringend nötig gemacht. Helfend zur Seite stand dabei die Sparkassenstiftung „Zukunft-Elbe-Elster-Land“, die insgesamt 520.000 € für das Projekt zur Verfügung stellte. Davon gedeckt sind nicht nur die vollständigen Umbaukosten beider Einrichtungen, sondern  außerdem eine zehnjährige Mietkostenübernahme. Zusätzlich sicherte die Sparkassenstiftung einen dreijährigen Zuschuss zur Betreibung des Tafel-Logistikzentrums zu. Zudem  wird das Logistik-Zentrum von der Lidl Pfandspende-Aktion und aus Lotteriemitteln unterstützt, die Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, als Scheck überreichte.
Das Logistikzentrum soll die regionalen Tafeln und vor allem deren ehrenamtlich Mitarbeiter in Zukunft entlasten. „Es geht nicht mehr nur darum, von Händlern um die Ecke ein paar Becher Joghurt abzuholen.“, bemerkte Diana Golze treffend und sprach Gerhard Strauß, Leiter der Finsterwalder Tafel damit aus dem Herzen. Bisher mussten oft Strecken über 100km bewältigt werden, um Ware abzuholen. Mit dem Anstieg der Tafelnutzerzahlen auf mittlerweile ca. 850 Personen pro Woche, mussten mehr Lebensmittelspenden besorgt und auch entsprechend gelagert werden. In den neuen Kühl- und Lagerräumen des ehemaligen Supermarktgebäudes ist das kein Problem mehr.
Aus Sicht von Pfarrer Markus Herrbruck sind es zwei Aspekte, die die Arbeit der Tafeln nötig machen. Zum einen natürlich das Hilfsangebot für bedürftige Menschen, zum anderen aber auch der Gedanke, dass wertvolle Lebensmittel nicht weggeworfen werden sollten. Trotzdem wünscht er sich, dass es Tafeln irgendwann nicht mehr geben muss. Solang sie jedoch gebraucht werden, ist die Arbeit mit den neuen Räumlichkeiten nun zumindest deutlich angenehmer. Die Finsterwalder Tafel startete ihre Arbeit im Jahr 1999. Die erste Ausgabestelle war ein PKW vor der Finsterwalder Trinitatiskirche, aus dem in kürzester Zeit 30 gepackte Lebensmittelbeutel verteilt worden waren.

 

rbb-Beitrag zur Eröffnung des Tafel-Logistikzentrums

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