Etwa 150 neugierige Finsterwalder

Weitere Informationsmöglichkeit vor Entscheidung über eine neue Stadthalle gut genutzt
Zahlreiche Finsterwalder nutzten am Sonnabend das Angebot zur Informationsveranstaltung über den möglichen Bau einer Veranstaltungshalle auf dem Gelände der ehemaligen Schaeferschen Tuchfabrik. Sie überzeugten sich vor dem Bürgerentscheid am 13. November vor Ort, wie die künftige Stadthalle aussehen würde, welche Perspektiven sie für die Sängerstadt bietet und welche Risiken abzuwägen sind. Informationen statt Emotionen lautete ihre Devise.


Im künftigen Foyer gab Nassib Ahmadieh ein kleines Cellokonzert, bevor Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe und Architekt Jürgen Habermann das Konzept beim Rundgangs Gestalt annehmen ließen. Sie antworteten auf Fragen und reagierten auf Unklarheiten und Sorgen. ,,Wir sind für eine Stadthalle, aber mit diesen vielen Pfeilern geht doch keine Stadthalle", wunderten sich Roswitha und Heinz Mieth in der denkmalgeschützten Sheddachhalle. ,,Hier soll das künftige große Foyer mit Bar und Cateringmöglichkeit entstehen", klärte Jürgen Habermann auf, ,,die eigentliche große Veranstaltungshalle entsteht als Anbau. Wilfried Förster überzeugten die vielen Fakten und Zahlen ,,die alle Kritiker zur Kenntnis nehmen sollten", so zur Finanzierung mit fünf Millionen Fördergeld durch das Land und zur Berechnung der Betriebskosten.
,,Welche Kosten werden auf uns bei Nutzung zukommen?", sorgen sich Kornelia und Wolf-Dieter Behn vom Tanzsportclub. Vom großen Tanzball bis zu kleineren Veranstaltungen sei alles möglich, da drei verschiedene Saalgrößen, auch parallel, gestaltet werden können, so Habermann. Für Vereine müsse die Stadtverordnetenversammlung wie für die Sporthallen kulturpolitisch vertretbare Nutzungspreise festlegen, so Bürgermeister Jörg Gampe. ,,Wir wollen ja die Halle für unsere Bürger."
Obwohl er eine solche Halle toll findet, hat Sören Schwan Sorge, dass ,,vielleicht Kosten für Kitas und andere öffentliche Einrichtungen der Stadt steigen". Dem stehen neben eigenen Berechnungen auch Erfahrungen zahlreicher Städte entgegen, in denen Stadthallen erfolgreich betrieben werden und ,,wo wir uns sehr sorgfältig informiert haben", so Jörg Gampe und Jürgen Habermann.
Die meisten Besucher der Info-Veranstaltung wollen die Argumente mit Freunden und Bekannten diskutieren. Finsterwalde braucht eine Kultur- und Veranstaltungszentrum auf hohem Niveau, war sich die Mehrzahl Besucher einig. Es sei löblich, dass zum Beispiel die Kirchengemeinde die Trinitatiskirche für große Konzerte öffnet, aber die Rundum-Bedingungen vom Warten im Freien vor Konzertbeginn bis zu fehlenden Toiletten mache ein ungetrübtes Erlebnis nicht möglich, meint das Ehepaar Edith und Horst Tscheslog.
Finsterwalde entscheide bei der Bürgerbefragung, ob man künftig eine Sängerstadt mit Strahlkraft und kultureller Anziehungskraft auch in einem künftigen Großkreis sein oder diese Chance verschenken wolle, so der ehemalige Musikschulleiter Siegfried Fritsche. Am 2. November um 19 Uhr gibt es beim RUNDSCHAU-Forum in der Oskar-Kjellberg-Oberschule die nächste Möglichkeit zur Information und zum Austausch von Argumenten.
Jürgen Weser.

Mit freundlicher Genehmigung der Lausitzer Rundschau, Ausgabe vom 1. November 2016, Autor: Jürgen Weser, Foto: Stadt Finsterwalde