Erfolgreiche Ausbildungsmesse in Finsterwalde

Der eine will Kfz-Mechatroniker oder Tischler werden, der andere Großhandelskaufmann, vier junge Damen aus dem Sängerstadt Gymnasium sind noch komplett orientierungslos. Paul aus Bad Liebenwerda erklärt selbstsicher: "Ich werde Landwirt." Immer gut besucht sind auch die Stände von Polizei und Bundeswehr. Erzieherin ist der Traumberuf vieler Mädchen, die den Weg dorthin dann auch ziemlich geradlinig gehen würden. "Die jungen Männer hingegen gehen erst in ein soziales Jahr", weiß Andrea Koppen, Abteilungsleiterin im Oberstufenzentrum. Mit und ohne Eltern, als Gruppe, unter Kumpels oder mit der besten Freundin – zahlreich erschienen die Jugendlichen und wollten mehr wissen über die Angebote der Unternehmen und Institutionen in der Region. Und die Firmen haben es längst erkannt: Wer Nachwuchs will, muss sich drehen. Da kommt die Ausbildungsmesse gerade recht und Regen und ein grauer Samstagvormittag bremsen nicht die Entdeckerfreude auf beiden Seiten.


Schornsteinfegermeister Kai-Uwe Schumann buhlt ebenso um Nachwuchs wie die ihm gegenüber platzierten, in Torgau beheimateten Heimerer Schulen. Lehrer Ulrich Münch schwört auf das tolle Lehrer-Schüler-Verhältnis, die modernen Unterrichtsräume, die hohe Vermittlungsquote von Absolventen und mit einer zentral gelegenen Bildungseinrichtung. Dustin Richter und Sebastian Schlensog, Industriekaufmann und Dualstudent im Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaften, zeigen mit dem Planbar-Magazin nicht nur ein Ergebnis ihres Tuns bei der Lausitzer Rundschau, sie schwärmen auch von der Vielfältigkeit des Bildungsangebotes der Heimatzeitung. Gestaunt wird, was im Unternehmen ODW Frischprodukte in Elsterwerda an Ausbildungsberufen im Portfolio zu finden ist – acht Ausbildungsberufe. Personalleiterin Dr. Martina Mönicke erklärt: "Bisher haben wir keine Nachwuchssorgen, aber man muss weiter denken. Milchtechnologen zum Beispiel bekommen es bei uns ordentlich mit Hightech zu tun."

Maily (17), Sophia (17), Sarah (19) und Tina (18) bemängeln: "Wir haben in der Schule zu wenig Zeit, die Praxis kennenzulernen." Ein einziger Praktikumszeitraum in der 9. Klasse, das sei zu wenig, meinen sie. Andere Befragte kritisieren ebenso, dass zu wenig Zeit für Praxislernen im Lehrplan zu finden ist. Selbst zwei Möglichkeiten in den Klassenstufen 9 und 10 seien zu wenig.

Die Aussteller sind gut vorbereitet, haben die eigenen Azubis im Gepäck und bieten somit einen 1:1-Austausch auf Augenhöhe. Die Jugend honoriert es. Manchmal sind es aber auch die Eltern, die ihren Sprösslingen beim Fragen zuvorkommen.

Die Ausbildungsfibel des Landkreises hilft, unbeantwortete Fragen zu klären. Die Personaler von Unternehmen machen deutlich: "Wir haben auch nach der Ausbildungsmesse ein offenes Ohr." Katrin Wenzel, Personalreferentin von Galfa, ist begeistert, wie Max Deutschmann, das Gesicht der Messe, für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Das Unternehmen bietet übrigens ab dem nächsten Jahr Studenten an, ihre Bachelorarbeit bei Galfa zu schreiben – ob in Verbindung mit einem halbjährigen Praktikum oder als themagebende Firma.

Mit freundlicher Genehmigung der Lausitzer Rundschau vom 10. Oktober 2016