Energetisches Quartierskonzept

 

Das 2013 veröffentlichte energetische Quartierskonzept für die Innenstadt Finsterwalde basiert auf einer detaillierten Darstellung und Bewertung der Bestandssituation und enthält basierend auf einer als
realistisch eingeschätzten Zielstellung Vorschläge für Maßnahmen und Instrumente, mit denen die Energie- und Klimaschutzziele erreicht werden können.

 

 

 

Die Konzeptergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Die Stadtentwicklungsstrategie der Stadt Finsterwalde verfolgt konsequent die Innenstadtstärkung
und Entwicklung unter Nutzung unterschiedlicher Programme und Instrumente der Städtebauförderung. Das energetische Quartierskonzept leistet einen weiteren Beitrag dazu, die Innenstadt Finsterwalde im Stadtraum zwischen dem Bahnhof im Norden und Schloss/Rathaus im Süden als attraktiven und zukunftsfähigen Handels-, Dienstleistungs-, Gewerbe und Wohnstandort zu profilieren.

2. Der bauliche Bestand ist unter energetischen, baulichen und nutzungsstrukturellen Gesichtspunkten ausgesprochen differenziert. Baualter, Bauweise und Bauzustand weisen zum Teil auf erhebliche (energetische) Sanierungsbedarfe und -möglichkeiten hin. Im Normalfall wurden Teilsanierungen durchgeführt oder Heizungsanlagen in den 90er Jahren ersetzt.

3. Berechnungen an typischen Gebäuden (Fachwerk und Mauerwerk) in der Finsterwalder Innenstadt haben energetische Einsparpotenziale von bis zu 60 % gemäß den Berechnungsvorschriften der EnEV ergeben. Realistisch ist jedoch, dass angesichts des Teilsanierungsstandes kleinteilige und nicht umfassende Maßnahmen durchgeführt werden, so dass auch unter Berücksichtigung von Rebound-Effekten die Einspareffekte deutlich darunter liegen.

4. Die Energieversorgung im Quartier wird durch ein insgesamt gut erhaltenes Gasnetz gesichert und durch ein Fernwärmenetz ergänzt. Heizöl-/Kohleöfen sind noch vorhanden. Erneuerbare Energien spielen bei der Wärmeversorgung eine untergeordnete Rolle.

5. Das vorhandene Gas- und Fernwärmenetz wird auch zukünftig die Wärmeversorgung sicherstellen sowie Heizöl-/Kohleöfen ersetzen. Hier geht es zukünftig ergänzend darum, durch den Austausch älterer Heizungsanlagen eine höhere Energieeffizienz zu erzielen.

6. Die Prüfung der Akteurs- und Mitwirkungsbereitschaft hat deutlich gemacht, dass das Interesse und die Bereitschaft für energetische Sanierungsmaßnahmen im Grundsatz vorhanden sind. Gleichzeitig wurde ein hoher Bedarf an Information, individueller Unterstützung/Beratung und Förderung sichtbar.

7. Der Pro-Kopf-Energiebedarf in der Innenstadt ist angesichts der Gebäudealters-und Nutzungsstrukturen deutlich höher als in der Gesamtstadt. Dies gilt für den Raumwärmebedarf pro Einwohner(+ 25 %) sowie für den Strombedarf (+50% über dem Wert für die Gesamtstadt). Insofern ist auch der auch der CO2-Ausstoß (ohne Verkehr) höher als in der Gesamtstadt (7,8 pro EW zu 5,4 pro EW).

8. Unter Berücksichtigung der Ausgangsbilanz, den getroffenen Annahmen (Einwohnerzahl und
Stromverbrauch konstant, Gas- und Fernwärmeversorgung, Reduzierung Wärmebedarf um 1,25% p.a.) wird bis 2030 die Reduzierung des Endenergiebedarfs um 16% und des C02-Ausstoßes von 18% angestrebt. Dieser Wert ist vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung sowie der gebäudebezogenen und versorgungstechnischen Ausgangssituation ein sehr ehrgeiziges Ziel und erfordert das Zusammenwirken aller Partner

 

Erstellungszeitraum

2012 – 2013

 

Autoren

complan Kommunalberatung GmbH
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
B.B.S.M. Brandenburgische Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung Mbh