Wohneigentumsvorteile

Verbesserte Wohneigentumsförderung für Selbstnutzer und Anschubfinanzierung für Bauträger

Die Förderung der Wohneigentumsbildung in städtebaulich wertvollen Quartieren in den Innenstädten wird durch die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg) mit der Vergabe zinsfreier Darlehen fortgesetzt. Der Kauf, Neubau oder die Modernisierung von

Wohnraum zur Selbstnutzung wird mit einer Grundförderung von 50.000 EUR sowie Zusatzdarlehen bei geringem Haushaltseinkommen, wenn  Kinder oder schwer behinderte Angehörige zum Haushalt gehören sowie bei Vorhaben mit besonderer Energieeffizienz oder bei Auflagen des Denkmalschutzes gefördert.Die energetische Modernisierung bereits vorhandenen Wohneigentums wird mit einer Grundförderung von 40.000 EUR gefördert. Auch hier sind Zusatzdarlehen bei Vorliegen der vorgenannten Voraussetzungen möglich. Der Um- und Ausbau von selbst genutztem Wohneigentum sowie die Schaffung einer zweiten Wohnung im Haus werden mit 20.000 EUR gefördert. Für die behindertengerechte Anpassung von Wohnraum kann ein Zuschuss von bis zu 25.000 EUR gewährt werden. In Kombination mit der Städtebauförderung kann bei einer sogenannten „Unrentierlichkeit“ (das heißt, wenn die monatliche Finanzierungs-Belastung die ortsübliche Miete übersteigt) die Gesamt-Finanzierung erträglich gestaltet werden. Die Wohneigentumsförderung kann ebenfalls mit den Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „Energieeffizient Sanieren“ oder „Energieeffizient Bauen“ kombiniert werden. Die „eigenen vier Wände“ im Stadtkern werden damit zu einer reizvollen und kostengünstigen Alternative zum Bauen „auf der grünen Wiese“ mit monatlichen Finanzierungsraten auf Mietniveau. Mit diesen Förderangeboten sollen neue Interessenten für individuelles Wohnen mit Altstadtflair in Sanierungsobjekten oder für die Wiederbebauung innerstädtischer Baulücken gewonnen werden. Interessant für Bauträger und Wohnungsgesellschaften ist die Möglichkeit der Anschubfinanzierung für innerstädtische Eigentumsprojekte. Neubauvorhaben werden bis 350 EUR/qm Wohnfläche, Bestandinvestitionen bis 500 EUR/qm  drei Jahre zins- und tilgungsfreie Darlehen gefördert.

Steuervorteile in Sanierungsgebieten und bei denkmalgeschützter Bausubstanz

Neben der direkten Förderung privater Baumaßnahmen im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet durch Gewährung von Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen kommt der mittelbaren Förderung durch Inanspruchnahme von Steuervorteilen in Anbetracht knapper öffentlicher Haushaltskassen immer größere Bedeutung zu. So sind erhöhte Abschreibungssätze nur noch für die Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden in städtebaulichen Sanierungs- und Entwicklungsgebieten sowie zur Erhaltung von Baudenkmälern möglich.
 
Durch das Land Brandenburg wurde dazu eine sogenannte „Bescheinigungsrichtlinie zur Anwendung des §§ 7 h/i, 10 f/g und 11 a des Einkommenssteuergesetzes“ erlassen.
Möchte ein Eigentümer eines Gebäudes innerhalb von Sanierungsgebieten, wie z.B. der historischen Innenstadt von Finsterwalde, in den Genuss von erhöhten steuerlichen Abschreibungen kommen, so ist folgende Verfahrensweise zu beachten:

- Vor Ausführung wird das Vorhaben im Detail mit der Stadt (Fachbereich Stadtentwicklung/Bauen) abgestimmt. Die Planungsunterlagen mit Kostenermittlung werden geprüft und ein Instandsetzungs- und Modernisierungsvertrag zwischen Eigentümer und der Stadt geschlossen.
- Nach Abschluss des Vorhabens findet eine Bauabnahme statt - der Eigentümer reicht die Kostenabrechnung (Originalrechnungen) zur Prüfung bei der Stadt ein. Bei mängelfreier Abnahme wird nach Prüfung der Abrechnung die „Bescheinigung“ durch die Stadt zur Vorlage beim zuständigen Finanzamt ausgestellt.

Das steuerlich begünstigte Vorhaben muss weiterhin folgende Voraussetzungen erfüllen:

- Es handelt sich in der Regel um Instandsetzungs- und/oder Modernisierungsmaßnahmen.
- Die Maßnahmen entsprechen den Sanierungszielen und der Gestaltungssatzung.
- Mit den Maßnahmen wird ein zeitgemäßer bautechnischer und Wohnungsstandard erreicht und ein notwendiger Gestaltungsaufwand betrieben (keine Luxusmodernisierung)
- Mit den Maßnahmen wurde noch nicht begonnen.